Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

06.03.2019 von Freddy Narewski

Betreff: Kunstrasenplatz an der Pillauer Straße

Von: Erich Bolinius [mailto:erich.bolinius@t-online.de]
Gesendet: Mittwoch, 6. März 2019 12:11
Betreff: Kunstrasenplatz an der Pillauer Straße ist ein Multifunktionsplatz lt. DFB

 

FDP-Fraktion
ebolinius

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

 

Emden, den 6.3.19

 

Pm

 

Kunstrasenplatz an der Pillauer Straße

Bezug: Sportausschusssitzung am 21.2.19

Aussagen vom Stadtsportbund vom DFB widerlegt

 

Die FDP-Fraktion hatte einen Sachstandsbericht über den Kunstrasenplatz an der Pillauer Straße im Herrentorviertel gestellt, der im Sportausschuss am 21.2.19 auf der Tagesordnung stand. Der Platz wurde im vergangenen Jahr eingeweiht. Die FDP-Fraktion hatte erfahren, dass der Platz wegen Verletzungsgefahr der Spieler nicht von der Ü20-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die in Emden ein Länderspiel gegen die Schweiz ausgetragen hatte, nicht genutzt worden sei. Deshalb fragte Erich Bolinius in der Sitzung nach.

Der Kunstrasenplatz, ist unter der Federführung des Stadtsportbundes Emden erstellt worden. Hans-Jürgen Wehmhörner, Vorsitzender des Stadtsportbundes, wies die Einschätzung von Erich Bolinius (FDP) zurück. Der Gründe dafür, dass der DFB-Nachwuchs nicht auf dem Platz spielen wollte sei simpel sagte Wehmhörner.  Wörtlich sagte er: „Die Mannschaft lehnt es grundsätzlich ab, auf Kunstrasen zu spielen“. *)

Die Aussage von Wehmhörner konnte Bolinius nicht nachvollziehen und so fragte er schriftlich beim DFB nach (Siehe anliegende PDF-Datei). Im Antwortschreiben (siehe untenstehend) von Jürgen Sonny Scherer vom DFB, Management Nationalmannschaften – Team Manager Ü 20 – heißt es, dass Nationalmannschaften, sofern Spiele auf Kunstrasen anstehen, man natürlich auf Kunstrasen trainieren würde.  Weiter schreibt Scherer: „Der Kunstrasen, den ich in Emden gesehen habe, war ein neuer Multifunktionsplatz. Dieser hat z.B. eine sehr kurze Halmstruktur und ist nicht für Fußball unter professionellen Bedingungen geeignet“.

Damit ist die Aussage von Wehmhörner widerlegt.

In der Sportausschusssitzung am 21.2.19 hat die Verwaltung den Auftrag erhalten, eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile eines Kunstrasenplatzes gegenüber einem Hybridplatz darzustellen, sofern man sich für einen dritten Platz dieser Art in Emden entscheidet. Diese Ausarbeitung steht zurzeit noch aus, ebenso liegt ein Antrag auf Erstellung eines solchen Platzes bei der Stadt Emden offiziell nicht vor..

Auf jeden Fall, und da wird die FDP-Fraktion drauf drängen, sofern man sich für einen Kunstrasenplatz entscheidet, muss die Halmstruktur höher sein, als die auf dem Kunstrasenplatz an der Pillauer Straße.

 

*) Wörtlich auch nachzulesen in der Ostfriesen-Zeitung, am Dienstag, 26.2.19, Seite 18

Bericht am 22.2.19 auch in der Emder Zeitung


 

Anlage

Von: Scherer, Jürgen [mailto:Juergen.Scherer@DFB.DE]
Gesendet: Samstag, 2. März 2019 22:08
An: erich.bolinius@t-online.de
Betreff: DFB: Ihr Schreiben vom 22.02.19

 

Sehr geehrter Herr Bolinius,

 

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Wir haben noch sehr gute Erinnerungen an unser Fußballfest in Emden, die phantastische Gastfreundschaft und den sehr herzlichen Empfang im Rathaus.


Wir bemühen uns den Nationalmannschaften optimale Arbeitsbedingungen zur Verfügung zu stellen. Einer der fundamentalen Aspekte ist dabei die Qualität der Trainings- und Spielplätze. Wenn, wie in Emden, eine U20 Nationalmannschaft zusammenkommt, besteht diese aus Profis oder Spielern, die unter Profibedingungen in den Vereinen arbeiten. Die Qualität des Platzes hat direkte Auswirkungen auf die Qualität des Fußballs (z.B. Passspiels) und auf die Verletzungsgefahr.

 

Da in der Regel unsere Spiele auf Naturrasen ausgetragen werden, versuchen wir auch unter allen Umständen auf Naturrasen zu trainieren. Dies handhaben alle Profiteams so.

Sollte ein Spiel auf Kunstrasen ausgetragen werden, versucht man analog auf Kunstrasen zu trainieren. Dies geschieht in der Regel aber nur im Juniorenbereich, wenn es die Wetterbedingungen absolut nicht zulassen den Naturrasen zu benutzen. Je jünger die Mannschaft, desto flexibler wird dieses Thema gehandhabt.

 

Bei sowohl Natur- als auch Kunstrasen gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Im Naturrasenbereich spielt dabei auch die Pflege eine wesentliche Rolle. Im Kunstrasenbereich gibt es mittlerweile Plätze, die viel näher an die Charakteristika eines Naturrasens herankommen als dies vor Jahren der Fall war.

Der Kunstrasen, den ich in Emden gesehen habe, war ein neuer Multifunktionsplatz. Dieser hat z.B. eine sehr kurze Halmstruktur und ist nicht für Fußball unter professionellen Bedingungen geeignet.

 

Wenngleich ich keine Empfehlung für einen neuen Platz aussprechen kann, da dies sehr bedürfnisabhängig ist, hoffe ich trotzdem Ihnen mit unserer Sicht der Dinge weitergeholfen zu haben.

 

Freundliche Grüße nach Emden


Deutscher Fußball-Bund e.V.
Jürgen Sonny Scherer
Management Nationalmannschaften

Team Manager U20
DFB-Torwartprogramm