Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

13.04.2019 von Freddy Narewski

Stellplätze für Rollatoren immer wichtiger

Emder Zeitung vom Samstag, 13. April 2019, Seite 3

Die Zahl der Nutzer wird weiter zunehmen / LAB und Seniorenbeirat sind aktiv geworden

Von Axel Milkert s 0 49 21 / 89 00-410

Emden. „Die neue Freiheit hat vier Räder”, titelte im Mai 2008 die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Gemeint war damit nicht der beginnende Boom von SUV-Fahrzeugen, sondern der Effekt von Rollatoren, bewegungseingeschränkten Menschen wieder mehr Mobilität zu schenken. Heute, elf Jahre später, gibt es so viele dieser Gehhilfen wie noch nie. Allein von 2007 bis 2014 hat sich ihre Zahl bundesweit von 500 000 auf geschätzt zwei Millionen erhöht.

Das hat Folgen - auch für die Innenstadtentwicklung in Emden. Die Stadtverwaltung hat das Thema auf dem Schirm, sagt sie. Im Zuge eines Fußgängerverkehrs-Konzepts, das erarbeitet werde, spielen die Stichworte Barrierefreiheit und Rollatoren eine wichtige Rolle, erklärte Stadtsprecher Jens Gerdes auf Anfrage der Emder Zeitung. Dabei wird es unter anderem darum gehen, Abstellmöglichkeiten für Rollatoren in verschiedenen Bereichen der Stadt zu schaffen. Vor Verwaltungsgebäuden zum Beispiel, aber auch an anderen Stellen, wo ein stärkerer Publikumsverkehr herrscht (Supermärkte, Sparkassen, Banken, Bäckereiläden). Wo die Planungen letztlich hinführen, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, sagte Gerdes.

Fakt ist: Die rollenden Gehhilfen werden mehr. ezrollator2Prognosen besagen, dass im Jahr 2022 jeder 13. Bundesbürger mit einem Rollator unterwegs sein wird. Dies auf Emden heruntergerechnet würde bedeuten: In drei Jahren gibt es in der Seehafenstadt mehr als 3800 Rollatoren. Und die müssen schließlich auf Spaziergängen, bei Einkäufen und Behördengängen irgendwo zwischengeparkt werden, und zwar diebstahlsicher und so, dass sie keine anderen Verkehrsteilnehmer behindern.

In Emden wird demnächst ein erster Parkplatz für Rollatoren eingerichtet. Das ist das Ergebnis eines Ortstermins vor dem Gebäude an der Ecke Am Brauersgraben/Osterstraße, das unter anderem dem Verein „Lange aktiv bleiben” (LAB) als Treffpunkt dient. Einen entsprechenden Antrag hatte die FDP-Ratsfraktion im Februar an die Verwaltung gerichtet. Betrieben wurde dieser Antrag vom Seniorenbeirat und LAB. Der zuständige Fachbereichsleiter Rainer Kinzel schrieb nach dem Ortstermin an FDP-Fraktionschef Erich Bolinius, es werde „für die angegebenen Belange in diesem Bereich für Rollatoren und Fahrräder” ein Stellplatz erstellt. Offen ist noch, wie dieser Stellplatz ausgestaltet wird, sagte Stadtsprecher Gerdes. Darüber will Mitte Mai die Verkehrskommission befinden. Denkbar ist eine Lösung mit Metallbügeln zum Anlehnen und Anschließen, wie vor dem Edeka auf dem Neuen Markt. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass diese Abstellmöglichkeit im Bereich der zwei Parkbuchten unmittelbar vor dem Haus eingerichtet wird. Die Wunschlösung des LAB-Vorsitzenden Paul von Häfen ist hingegen vom Tisch. Er hatte vorgeschlagen, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein kleines Stück vom Stephanplatz zu nutzen. Von Häfen ist trotzdem froh, dass sich etwas tut. „Einen Rollatorparkplatz hat noch keine Stadt”, ist er überzeugt. „Jetzt müssen wir abwarten, wie sich das baulich gestaltet”.

Zu eng auf dem Bürgersteig

„Man ist noch in der Ideenfindungsphase”, sagte dazu Gerdes und verwies auf die Sitzung der Verkehrskommission am 15. Mai. „Das Thema wird uns auf jeden Fall weiter beschäftigen”, fügte der Stadtsprecher mit Blick auf die demografische Entwicklung hinzu.

Der Verein LAB hatte das Thema angeschoben und den Seniorenbeirat um Unterstützung gebeten. Grund: Anwohner hätten sich beschwert, weil bei Treffen der LAB der Bürgersteig durch viele Fahrräder und Rollatoren blockiert werde. Damit soll bald Schluss sein.

Seniorenbeiratsvorsitzender Friedrich Narewski sagte gegenüber der EZ: „Wir bleiben am Thema dran.” Man werde in dieser Sache auch das Gespräch mit dem Behindertenbeirat suchen, kündigte Narewski an.


Emder Zeitung vom Samstag, 13. April 2019, Seite 3