Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

09.04.2019 von Freddy Narewski

Ottifanten-Ampeln haben ein tierisches Problem

Ostfriesen Zeitung, Emden, 08.04.2019  -online -


Von Gordon Päschel und Heiko Müller

Ein Vorschlag der Emder FDP wirbelt viel Staub auf:
Die Liberalen hätten für Emden gerne Ottifanten-Ampeln. Ganz so einfach geht das nicht – sagt die Stadt.

Emden - Eines hat Henning Meyer von der Emder FDP schon jetzt erreicht: Er hat mächtig Staub aufgewirbelt. Am Tag nachdem er die Stadt öffentlich aufgefordert hatte, Ottifanten-Ampeln in die Emder Innenstadt zu bringen, habe sein Telefon selten stillgestanden, sagte Meyer der OZ am Montag. Immer wieder musste er erklären, wie er zu der Idee gekommen war und wie er sich die Sache vorstellt. Der stellvertretende Vorsitzende des FDP-Kreisverbands schickte am Wochenende einen Antrag an die Stadt. Er will mehrere Fußgängerampeln in Emden umrüsten lassen.

Anstelle von Ampelmännchen sollen Otto Waalkes’ Ottifanten den Verkehr regeln. Meyer ist von der Wirkung überzeugt. „Es wäre eine Attraktion. Otto ist unser größter Werbeträger für Ostfriesland“, sagt er.

Was sagt die Stadt dazu? Auf Meyers Vorstoß angesprochen, hat Stadtbaurat Andreas Docter eine überraschende Antwort parat: „Das ist ein alter Hut. Der hat schon Schimmel“, sagte er am Montag. Die Stadt sei dieser Idee bereits nachgegangen – zu Ottos 70. Geburtstag im vergangenen Juli. „Es ist verworfen worden“, so Docter. Denn es verstoße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Der Ottifanten-Vorschlag, der beim ersten Anlauf von der Tochter des Ratsherren Friedrich Busch und damit indirekt ebenfalls aus Richtung der FDP kam, scheiterte Docter zufolge an einem tierischen Problem – auf Fußgängerampeln dürfen nur menschliche Figuren zu sehen sein. Als die Stadt von dieser Vorschrift erfuhr, versuchte sie eine Alternative: Ein stehendes und einen in Otto-Manier hüpfendes Männchen. „Wir haben es schon grafisch aufarbeiten lassen“, so Docter. Das für die kreisfreie Stadt Emden zuständige Landesverkehrsministerium in Hannover habe allerdings etwas dagegen gehabt.

Wie machen es andere? Etliche andere Städte und Kommunen versuchen ebenfalls, Ampeln mit eigenen Figuren zu bestücken – manche sind erfolgreich. In Bad Zwischenahn etwa leuchten in diesem Jahr Mainzelmännchen. Anlass ist das Jubiläum „100 Jahre Bad“ und die Tatsache, dass der Schöpfer der ZDF-Figuren lange im Kurort lebte. Die Ampel-Genehmigung für Zwischenahn stammt nach Einschätzung von Andreas Docter nicht aus Hannover, sondern vom Landkreis Ammerland. Dieser ist als Aufsichtsbehörde für den Ort zuständig.

Die Rattenfänger-Ampel: Die niedersächsische Stadt Hameln kämpft dafür, flötenspielende Rattenfänger-Männchen als Ampelzeichen zu bekommen. Zwar zählt Hameln zum Landkreis Hameln-Pyrmont und untersteht in Sachen Straßenverkehrsrecht normalerweise nicht direkt der Landeshauptstadt. Weil eine der Fußgängerampeln an einer Bundesstraße liegt, verhandelt die Stadt laut der Sprecherin Janine Herrmann in dieser Frage aber dennoch mit Hannover. „Das letzte Wort ist nicht gesprochen“, sagte Herrmann der OZ. Die Umsetzung lässt trotz einer Zusage des Verkehrsministeriums im vergangenen Jahr auf sich warten. „Es soll kommen“, versicherte die Stadtsprecherin. „In welcher Form müssen wir schauen.“

Wie geht es in Emden weiter? Die FDP will nicht lockerlassen. Weil Meyer kein Mitglied des Emder Rates ist und damit keine Anträge stellen kann, kündigte die Fraktion am Montag an, seinen Vorschlag aufgreifen und einreichen zu wollen. „Gute Ideen soll man weiterverfolgen“, sagte Fraktionschef Erich Bolinius, „da muss man flexibel sein“. Stadtbaurat Docter scheint einem erneuten Versuch nicht völlig abgeneigt zu sein, vorausgesetzt, es gebe rechtlich eine Chance, wie er meinte: „Dann würden wir uns da ranhängen.“