Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

19.03.2019 von Freddy Narewski

Stadt will weg vom Windhund-Prinzip

Emder Zeitung vom Dienstag, 19. März 2019, Seite 3

Die Grundstücksvergabe in Conrebbi soll künftig nach bestimmten Kriterien erfolgen


Emden.
Diesmal hat es geklappt: Nachdem der Sachstandsbericht zur Entwicklung des neuen Baugebiets Conrebbersweg-West noch am 28. Februar wegen Zeitmangels sehr kurzfristig - und sehr zum Ärger der anwesenden Einwohner - von der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses geflogen war, kam dieser Punkt im jüngsten Ausschuss nun gleich zu Beginn auf den Tisch.

Die Botschaft von Stadtbaurat Andreas Docter und Fachbereichsleiter Rainer Kinzel war allerdings noch die gleiche, wie beim letzten Mal schon kurz angedeutet: Im Sommer will die Stadt die nächsten Schritte im Bauleitverfahren für das Baugebiet einleiten. Bis dahin sollen die bisher noch offenen und strittigen Fragen geklärt werden. Diese betreffen - wie auch noch einmal in der Einwohnerfragestunde deutlich wurde - gerade auch die Verkehrsführung. Sorgen bereitet vielen Anwohnern die Verlegung des Bahnübergangs an den Steinweg ebenso wie die mögliche Entstehung einer weiteren Hauptschneise für Autofahrer von der Autobahn bis ganz durch zum Steinweg.

Diese und weitere von den Bürgern angemerkten Punkte sollen in den nächsten Monaten im Rahmen der umfangreichen Gutachten-Erstellung geprüft werden. Docter wies jedoch darauf hin, dass nicht alle Verkehre nur von der Autobahn her ins Baugebiet hineingeführt werden können. „Und es wird nicht anders gehen, als dass die Bahnlinie an einer Stelle überquert wird.” Kinzel ergänzte aber, dass die Gespräche über eine Unterführung noch vertieft würden.

„Sie werden zum Sommer ordentlich Abwägungsmaterial an die Hand bekommen”, sagte er zum Rat, kündigte aber schon an, bestimmte Kriterien vorschlagen zu wollen, nach denen die Vergabe der Grundstücke erfolgen soll. „Wir wollen nicht mehr nach dem Windhund-Prinzip vorgehen”, betonte er. Stattdessen wolle man sich an den Zielen für das Baugebiet orientieren - von der sozialen Durchmischung bis zu Umweltfragen.

Ein Ziel sei, mehr Einpendler dazu zu bringen, nach Emden zu ziehen. „Auch das spart CO2 ein”, sagte Docter. Gleichzeitig ermögliche der Zuzug von Gutverdienern mehr „Wohltaten” für jene, die nicht so viel haben. So würden auch auf den 200 Grundstücken, die in den ersten zwei Teilgebieten aufgelegt seien, nicht nur Einfamilienhäuser entstehen. Der Rest des Gesamtgebietes solle je nach Bedarf und Nachfrage sukzessive entwickelt werden. Docter: „Wir sind in der Lage, fünf bis sieben verschiedene Teilabschnitte zu machen.”

Das sei schon der richtige Weg, urteilte auch FDP-Fraktionschef Erich Bolinius. Jedoch dürfe das nicht dazu führen, dass aus den äußeren Emder Stadtteilen „alles nach Conrebbi abwandert”. gwo