Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

23.01.2019 von Freddy Narewski

„Die Vielen“: Emden ist noch nicht dabei

Ostfriesen Zeitung Emden, 22.01.2019

„Die Vielen“ steht auf einer glänzenden Fahne:

In Berlin haben sich mehr als 90 Kulturinstitutionen der Kampagne des Vereins „Die Vielen e.V.“ zusammengeschlossen. In Emden hat man sich mit „Die Vielen“ noch nicht befasst. DPA-Bild: Christoph Soeder

Von Heiko Müller

Bei der „Erklärung der Vielen“ handelt es sich um eine Kampagne gegen Rechtspopulismus. Mehr als 50 Kulturinstitutionen und Kulturschaffenden im Nordwesten haben sie unterzeichnet. In Emden hat man davon noch kaum etwas gehört.

Emden - Mehr als 50 Kulturinstitutionen und Kulturschaffende in der Nordwest-Region haben eine Kampagne gegen rechte Tendenzen gegründet. Emder Einrichtungen haben sich dem Bündnis allerdings noch nicht angeschlossen. Offenbar hat sich die sogenannte „Erklärung der Vielen“ bis in die größte ostfriesische Stadt bislang kaum herumgesprochen.

Diese Erklärung haben in der vergangenen Woche Einrichtungen aus dem gesamten Nordwesten unterzeichnet. Neben der Landesbühne und dem Niederdeutschen Bühnenbund stehen etwa die Kreisvolkshochschulen in Aurich und Norden sowie die Volkshochschule und Musikschule Friesland-Wittmund auf der Liste der Erstunterzeichner.

Thema soll im Ausschuss auf die Tagesordnung

In Emden hat sich bislang nur die FDP-Ratsfraktion öffentlich dazu zu Wort gemeldet und einen Vorstoß gemacht. Die Stadt soll prüfen, ob sie oder die städtischen Kulturinstitutionen bereit sind, sich der Erklärung anzuschließen. „Die FDP plädiert dafür“, schrieb Fraktionsvorsitzender Erich Bolinius am Dienstag an den Verwaltungsvorstand. Er will, dass das Thema auf die Tagesordnung des Kulturausschusses gesetzt wird.

Erster Stadtrat Horst Jahnke, der im Verwaltungsvorstand für die Kultur zuständig ist, hat nach eigenen Angaben erst durch das Schreiben der FDP von der neuen Initiative gehört. Für ihn sei „grundsätzlich nicht erkennbar, warum Einrichtungen wie die Volkshochschule und die Musische Akademie in Emden die Erklärung nicht unterzeichnen sollten. „Der Rechtspopulismus ist dort ohnehin schon als Thema präsent“, sagte Jahnke der OZ.

Erste positive Signale

Aus der Volkshochschule gibt erste positive Signale. In der Musischen Akademie stößt die „Erklärung der Vielen“ auf Interesse. Bislang sei er aber noch nicht angesprochen worden, sagte ihr Leiter Tobias Kokkelink. Er wolle aber Kontakt zu den Initiatoren aufnehmen.

„Wir haben bei der Verbreitung auf das Schneeballprinzip gebaut“, sagte Gesine Geppert vom Staatstheater in Oldenburg der OZ. Sie ist Ansprechpartnerin für alle, die sich der Erklärung anschließen wollen. Deren Zahl wächst. „Es werden täglich mehr“, so Geppert

Besondere Verantwortung

Mit ihrer Erklärung schließen sich die Kulturinstitutionen der bundesweiten Bewegung „Die Vielen“ an, die im Juni 2017 von Künstlern und Kulturschaffenden gegründet wurde. Hintergrund ist die Zunahme von rassistischer und populistischer Kritik an der Kunst und Kultur in Deutschland. Mehr als 300 Einrichtungen haben sich der Kampagne bereits angeschlossen, darunter auch große Theater, Museen und Festivals.

„Rassisusmus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind „Alltag“ heißt es in der „Erklärung der Vielen“ in der Nordwest-Region. Rechte und nationalistische Gruppierungen sowie Parteien störten Veranstaltungen, wollten in Spielpläne eingreifen und arbeiteten an einer „Renationalisierung der Kultur“, heißt es. Die Kulturschaffenden aber trügen eine besondere Verantwortung. Die Freiheit der Kunst müsse gewahrt bleiben.

Durch eine „Selbstverpflichtung“ wollen die teilnehmenden Kultureinrichtungen und Künstler nun sicherstellen, dass es nicht bei bloßen Erklärungen bleibt. Für die kommenden Monate seien Veranstaltungen und Aktionen geplant, so die Initiatoren.