Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

29.11.2018 von Freddy Narewski

Keine Priorität für Aussichtsturm

Emder Zeitung vom Dienstag, 27. November 2018, Seite 3

Von Ute Lipperheide s 0 49 21 / 89 00-416

Emden. Der Bau eines Aussichtsturms im Emder Hafen scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Das wird deutlich aus einer Verwaltungsvorlage auf einen Antrag der Liberalen, die am 4. Dezember im zuständigen Ratsausschuss diskutiert werden soll.

In den Unterlagen heißt es, dass „nach Auskunft von Niedersachsen Ports das Thema Tourismus im Zuge der Hafenentwicklung auf der Agenda steht. Aufgrund von anderen hafenwirtschaftlichen Notwendigkeiten habe dies, nach Auskunft, nicht die oberste Priorität.” Die Kosten für eine solche Aussichtsplattform werden auf rund 350 000 Euro geschätzt. Diese sollen zum Teil durch Fördergelder finanziert werden. Gelder könnten hierfür aus dem Topf für das Sanierungsprogramm für Port Arthur/Transvaal entnommen werden. Aber: „Innerhalb des Handlungsfelds Freiraumstruktur und Naherholung ist vom Rat der Stadt Emden allerdings eine Vielzahl von Maßnahmen mit einer höheren Priorität versehen, so dass derzeit keine belastbare Einschätzung zum Zeitplan eines solchen Projektes gegeben werden kann.” Die Rahmenplanung verwirft auch den bisher favorisierten Standort Middelmantje und konzentriert sich auf den Zweiten Hafeneinschnitt. Es gibt Überlegungen, eine solche Plattform möglicherweise auf dem Bunker an der Nesserlander Schleuse zu errichten. Aber eine Realisierung ist eher unwahrscheinlich.

Seit 2011 wird ein solcher Turm gefordert. Bereits im vergangenen Jahr und am vergangenen Freitag hat der Vorsitzende der Emder Kaufmannschaft, Claas Brons, noch einmal seinen Wunsch geäußert, den Emder Hafen entsprechend touristisch zu vermarkten und auch einen Aussichtsturm gefordert.

In vielen anderen Hafenstädten gibt es entsprechende Aussichtspunkte. Diese Beispiele nahm die FDP-Fraktion zum Anlass, Ähnliches für Emden zu etablieren.

Vor allem seit Inkrafttreten der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in Häfen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA, sind weite Bereiche des Emder Hafens für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Dazu gehört auch die markante Westmole. Selbst bei organisierten Bustouren ist das Aussteigen am roten Wahrzeichen nicht mehr gestattet. Eine Aussichtsplattform sollte den Mangel an „Hafennähe” beseitigen.
aussichtsturm ez bergmann
Anziehungspunkt, auch für Touristen:  
Das Emder Hafengebiet.      Doch weite Teile sind aus Sicherheitsgründen nicht mehr    für die Öffentlichkeit zugänglich.
EZ-Bild: Bergmann