Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

15.11.2018 von Freddy Narewski

Für Müllwagen und Co. wird’s eng

Von Heiko Müller, Ostfriesenzeitung, 13.11.2018, Seite 17

Gebäude Emder Bau- und Entsorgungsbetrieb plant den Bau von 4,5 Millionen Euro teuren Hallen

Laut Verantwortlichen und Politikern sind die derzeitigen Zustände nicht mehr vertretbar. Trotz der hohen Investitionen sollen die Bürger im Geldbeutel nichts davon spüren.

Emden - Für den Bau-und Entsorgungsbetrieb der Stadt Emden (BEE) wird’s eng – genauer gesagt: für seinen großen Fuhrpark. In den Hallen des Betriebs auf dem Gelände des ehemaligen Marinekais im Hafen reicht der Platz schon seit langem nicht mehr aus. Viele der hoch technisierten Müll- und Kanalreinigungsfahrzeuge sowie Laster, Transporter, Pritschenwagen, Traktoren, Anhänger und Maschinen müssen bei Wind und Wetter draußen stehen.
Uns fehlen allein 24 frostfreie und 43 überdachte Plätze,“ beschrieb BEE-Sachbearbeiter Gerd Nörder jüngst im Betriebsausschuss den Ist-Zustand. Er nannte eine ganze Liste von Unzulänglichkeiten, die das Arbeiten schwer machen. In den Werkstätten sei auch die Arbeitssicherheit zum Teil nicht mehr gewährleistet. Laut Nörder verfügt der Betrieb über insgesamt 24 Fahrzeuge und Maschinen.
Wie berichtete, plant der BEE deshalb den Bau einer neuen Fahrzeug- und Lagerhalle. Zudem soll der Hochbunker saniert werden. Die teils maroden Gebäude sind etwa 60  Jahre alt. Sie stammen noch aus den Zeiten, in denen die Bundeswehr das Areal nutzte. Der BEE ist dort seit 20  Jahren ansässig. „Größe und Ausstattung entsprechen bei weitem nicht mehr den Anforderungen eines modernen kommunalen Betriebs“, sagte Betriebsleiter Nils Andersson. „Wir haben viele Jahre lang versucht, uns zu behelfen.“ Mittlerweile stoße man aber an Grenzen.
Die Kosten für das Neubau- und Sanierungsprogramm liegen nach einer ersten Hochrechnung bei 4,5  Millionen Euro. Diese Summe soll langfristig über Kredite finanziert werden. Auf die Gebühren für die Abwasserbeseitigung und Müllentsorgung solle sich das aber nach Möglichkeit in den kommenden Jahren nicht auswirken, sagte der kaufmännische Leiter des BEE, Frank Rogga, auf Nachfrage. Das heißt: Die Bürger sollen das nicht im eigenen Geldbeutel spüren.
Die Stadt müsste aber dem Baubetrieb jährlich zusätzlich knapp 130  000 Euro zahlen.
Nach den Vorstellungen der Betriebsleitung sollen die Neubaupläne bis zum Jahr 2021 umgesetzt werden. Entschieden ist noch nichts. Der BEE will die Investitionen aber in seinem Wirtschaftsplan für 2019 einstellen, den er Ende dieses Monats vorlegen will.
Auch die Ratsfraktionen sehen Handlungsbedarf. Das machten ihre Sprecher im Betriebsausschuss deutlich. Der Neubau sei „dringend notwendig“, meinte Erwin Hoofdmann. Er wäre „fahrlässig“, wenn sich an den Zuständen nichts ändere. Das gelte sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Fahrzeuge. Es gehe auch um die Wertschätzung der Beschäftigten. Der Grüne Jürgen Böckmann stieß ins gleiche Horn: „Das ist ganz traurig und unter modernen Gesichtspunkten nicht zu vertreten.“ Privatwirtschaftliche Unternehmen könnten sich so etwas nicht leisten“, sagte der Politiker.