Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

09.11.2018 von Freddy Narewski

Ärger um Petkums Blumenstraßen

Emder Zeitung vom Freitag, 9. November 2018, Seite 3

Aus dem Namensbeschluss im Kulturausschuss wurde nichts

Von Gaby Wolf s 0 49 21 / 89 00-415

Emden. Zu Irritationen über das Verhalten des Fachdienstes Stadtplanung ist es am Mittwoch im Kulturausschuss gekommen. Der Fachdienst, der nicht persönlich vertreten war, hatte kurz vor der Sitzung darum gebeten, den Beschluss über die Benennung der neuen Straßen im Petkumer Baugebiet „Zum Bind” in Tulpen-, Narzissen- und Krokusstraße noch einmal zurückzustellen. „Es besteht noch Klärungsbedarf”, übermittelte Kulturchefin Kerstin Rogge-Mönchmeyer anhand eines Zettels.

Die Ausschussmitglieder reagierten nicht nur mit Überraschung und Verwunderung, sondern teils auch höchst verärgert. Vor allem, weil nicht weiter dargelegt worden war, was genau noch geklärt werden muss. „Es gab schließlich keine Dissonanzen darüber”, bekräftigten Gregor Strelow (SPD) und Heinrich Kronshagen (CDU), die beide mit in der Kommission zur Namensfindung gesessen hatten. Strelow sah den Kulturausschuss daher sogar schon ausgehebelt, sollte das Thema nach dem ursprünglichen Fahrplan jetzt einfach weiter in den Rat am 6. Dezember geschoben werden, ohne den Kulturausschuss vorher noch zu beteiligen. Auch der FDP-Fraktionschef und Petkumer Erich Bolinus ärgerte sich über den Wegfall des Tagesordnungspunktes: „Ich bin extra deswegen hergekommen.” Ihn irritierte auch der Zusatz in der Sitzungsvorlage, dass die jeweils plattdeutschen Bezeichnungen nach Prüfung durch die Plattdeutschbeauftragte der Stadt Emden den Straßennamen hinzugefügt werden. „Was soll denn darunter stehen? Tulpen ist Platt, Krokus ist Platt, und zu Narzissen sagt man Osterblumen.”

Emdens Erster Stadtrat Horst Jahnke konnte am Mittwoch auch nichts zum Klärungsbedarf sagen. „Davon höre ich gerade zum ersten Mal.” Da die neuen Straßen aber nicht so schnell fertiggestellt seien, stehe einer Verschiebung nichts im Wege. „Dann kommt das im nächsten Kulturausschuss auf die Tagesordnung, auch der Rat entscheidet dann später.” Damit gaben sich die Ausschussmitglieder mehr oder weniger grummelnd zufrieden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass nicht das Plattdeutsche den Aufschub nötig gemacht hat. Wie die Emder Zeitung auf Nachfrage gestern von Stadtsprecher Eduard Dinkela erfuhr, wurde festgestellt, dass es in Emden (und zwar in Harsweg) bereits eine kleine Nebenstraße mit dem Namen Tulpenweg gibt. „Es muss somit ein Ersatzname gefunden werden”, teilte Dinkela mit. „Dies erfolgt dann umgehend und geht als Vorschlag in den nächsten Kulturausschuss.”


 

Ostfriesen Zeitung, Freitag, 9. November 2018, Seite 17, Emden

Tulpe ist schuld: Große Aufregung um neue Petkumer Straßennamen

Von Heiko Müller

Politik Bezeichnungen im Baugebiet „Zum Bind“ geraten zur Posse: Im Kulturausschuss wusste niemand, worum es geht

Emden - Neuer Ärger um das Baugebiet „Zum Bind“ in Petkum: Zu einer Posse ist jetzt die Benennung der drei Straßen in diesem neuen Viertel geraten. Und eine blumige Geschichte ist es auch.

Aber von Anfang an: Eigentlich sollte es am Mittwoch im Kulturausschuss des Rates nur eine Formalie sein, die neuen Straßen nach Frühblühern zu benennen. Die Begründung liegt auf der Hand: Auch die anderen Straßen in der Umgebung sind nämlich nach Blumen benannt. Deshalb hatte sich die „Kommission zur Findung von Straßennamen“ schon im September darauf verständigt, dass die neuen Verkehrswege „Krokusstraße“, „Narzissenstraße“ und „Tulpenstraße“ heißen sollten.

Doch es kam anders: Die Stadtverwaltung wollte diesen Punkt am Mittwoch kurzfristig von der Tagesordnung absetzen. Es gebe noch „Klärungsbedarf“, hieß es nur zur Begründung. Das löste bei den Ratsfraktionen einen Sturm der Entrüstung aus, zumal niemand der anwesenden Verwaltungsmitarbeiter wusste, was an diesen Vorschlägen denn noch zu klären sei.

Politiker von SPD und FDP echauffierten sich. Das sei „ein Stück Missachtung des Rates“, sagte SPD-Mann Hans-Dieter Haase. Und dessen Fraktionskollege Gregor Strelow fügte staatstragend hinzu: „Damit wird der Aussschuss in seiner Funktion ausgehebelt.“ FDP-Fraktionschef Erich Bolinius war nur wegen dieses Punktes in die Sitzung gekommen, weil er noch etwas dazu zu sagen habe. Aber Pusteblume!

Weil unklar blieb, was denn bei den Straßennamen ungeklärt ist, vertagte der Kulturausschuss den Beschluss. Das Gremium folgte damit einem Vorschlag des Ersten Stadtrats Horst Jahnke, der keinen anderen Ausweg mehr sah.

Die OZ klärte am Donnerstag in einem Telefonat mit dem Leiter des Stadtarchivs, Dr. Rolf Uphoff, schnell auf, woran es hakt. Die Findungskommission habe wohl übersehen, dass es schon einen Tulpenweg im Stadtteil Harsweg gibt. Eine neue Tulpenstraße in Petkum könnte deshalb zu Verwechslungen und Irritationen führen. Also müsste eine andere Frühlingsblume als Namensgeber für eine der neuen Straße in Petkum herhalten, sagte Uphoff. Die Geschichte mit der doppelten Tulpe sei wohl nicht richtig kommuniziert worden.

Übrigens: In der Findungskommission sitzen auch Vertreter der Ratsfraktionen. Sie hätten vielleicht auch selbst darauf kommen können, dass die Tulpe in Emden schon einmal Pate für einen Straßennamen stand.

Aus der Tulpenstraße wird wohl nichts.Bild: Burgi/dpa