Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

05.11.2018 von Freddy Narewski

Stadt ist unzufrieden mit dem Investor

Emder Zeitung vom Samstag, 3. November 2018, Seite 3

Klagen über die Baustelle in Petkum reißen nicht ab / Stadtbaurat stellt Baugebiet in Frage / Rat hält an Bauvorhaben fest

Von Ute Lipperheide s 0 49 21 / 89 00-416

Emden. Nicht nur die Anlieger sind unzufrieden mit dem Investor für das neue Baugebiet in Petkum jenseits der Straße Zum Bind. Auch die Stadt Emden scheint mit der Firma Antharis Projektentwicklung GmbH ihre Probleme zu haben. „Wir sind mit dem Investor unzufrieden. Fakt ist, wir leben mit einem Investor, der sich nicht an seine Versprechungen hält”, sagte Stadtbaurat Andreas Docter im Stadtentwicklungsausschuss. Er fragte, ob die Stadt die Baustelle stilllegen solle, weil die Beschwerden seit Monaten nicht abreißen.
Diese Frage bewerteten die Ausschussmitglieder als eine „totale Überreaktion”, wie es der FDP-Fraktionschef Erich Bolinius formulierte. SPD-Fraktionsvize Gregor Strelow ging noch einen Schritt weiter: „Jetzt haben Sie mal wieder den Bogen überspannt, Herr Docter. Nun spielen sie doch nicht die beleidigte Leberwurst.”
Docter machte deutlich, dass ein solcher Ärger wie in Petkum viele Stadtmitarbeiter binden würde: „Wir haben schon einen extra Baumgutachter abgestellt. Aber bei dem, was da ist, müsste ich dort extra Mitarbeiter vor Ort haben.” Das sei aber unverhältnismäßig. Bei so viel Aufwand sei er eben auch ärgerlich.
Die Ratsmitglieder und der Umweltbeauftragte der Stadt, Stefan Rölling, beklagten die mangelnde Kommunikation. Rölling: „Wir werden gar nicht eingebunden.” Auch hätten die Bürger öfter über den Stand des Bauvorhabens informiert werden müssen. „Wir wollen alle dieses Baugebiet, aber der Ärger, der dort aufkommt, den müssen wir doch mit der Verwaltung diskutieren”, stellte SPD-Fraktionsmitglied Marianne Pohlmann fest. CDU-Fraktionsmitglied Gerold Verlee ist der Überzeugung, dass „die ganze Situation längst nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre”, wenn mehr geredet worden sei. Er hofft, dass die Anlieger nun besser eingebunden werden.ez baumfällen in petkim
Bolinius, der auch dort wohnt, hatte zuvor noch einmal alle Stationen der Baustelle aufgezeigt, die vor allem die Anlieger auf die Palme bringen, wie den Verzicht auf eine extra Baustraße, das Fällen von Bäumen, die zuvor als schützenswert eingestuft wurden und das Fehlen von Parkmöglichkeiten für die Anlieger, die ihre Grundstücke aufgrund der Bauarbeiten nicht erreichen können, sowie die lange Verzögerung der Bauarbeiten (wir berichteten). Jetzt droht erneut Ungemach. Es sollen wieder Gänse auf dem Areal gesichtet worden sein. Die Population, die dort zuvor lebte, wurde umgesiedelt. Bolinius: „Ich hoffe, die können jetzt so woanders hingebracht werden, dass nicht wieder die Vögel total verschreckt vor die Autos laufen.”