Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

21.10.2018 von Freddy Narewski

2. Eisenbahnbrücke wird es in Emden nicht geben


Von: Erich Bolinius [mailto:erich.bolinius@t-online.de]
Gesendet: Sonntag, 21. Oktober 2018 07:21
Betreff: Zweite Eisenbahnbrücke wird es in Emden nicht geben.

 

 

 

FDP-Fraktion

eb
Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

 

Emden, den 20.10.18

 

Pm

Eine zweite Eisenbahnklappbrücke wird es in Emden nicht geben

Zum Abschluss des 39. Schiffsmakler-Essens am 19. Oktober 2018 gab Oberbürgermeister Bernd Bornemann noch eine Hiobsbotschaft für die Emder Wirtschaft bekannt: Eine zweite Eisenbahnklappbrücke wird nicht gebaut! Die Bahn werde lediglich die bestehende, marode Brücke ertüchtigen, so der Oberbürgermeister.  FDP-Fraktionsvorsitzender Erich Bolinius: „Damit hat sich leider das bewahrheitet, was ich mehrfach in den städtischen Ausschüssen aufgrund von Rückmeldungen von der Bahn und Bundesbehörden erfahren hatte. Stadtbaurat Andreas Docter hat mich für Aussage mehrfach öffentlich (siehe nachstehenden Berichte in EZ und OZ von Februar 2017) getadelt und erklärt: - ich sei auf dem Holzweg, wenn ich fürchte, dass das Programm nicht voran gebracht werde-.“ Leider habe Docter mit seiner Einschätzung der Verwirklichung danebengelegen, so Bolinius „Jetzt muss es darum gehen die bestehende Klappbrücke so herzurichten, dass ein Ausfall nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden kann. Politiker aller Parteien vor Ort sollten gemeinsam tätig werden, damit die Bahn kurzfristig die Zusage der Totalsanierung der Brücke durchführt“, so Erich Bolinius.

 

Diverse Anlagen

Februar 2017 – Ostfriesen Zeitung

FDP wähnt Brückenbau auf Abstellgleis

Antwortschreiben der Deutschen Bahn sorgt für Frust / IHK und Stadt sind dagegen zuversichtlich
Nachdem sich ein DB-Mitarbeiter auf Anfrage schriftlich zum Projekt geäußert hatte, schrillen beim Fraktionsvorsitzenden Erich Bolinius die Alarmglocken. Bei der Wirtschaft und in der Verwaltung reagiert man gelassen.

VON GORDON PÄSCHEL
EMDEN - Ein Schreiben aus Hannover sorgt in der Ratsfraktion der Emder FDP für Frust. Auf Anfrage des Fraktionsvorsitzenden Erich Bolinius hatte sich in der vergangenen Woche ein Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB) zu Wort gemeldet und Stellung zum Bau
einer zweiten Eisenbahnbrücke über den Binnenhafen genommen. Als Bolinius die schriftliche Antwort von Ulrich Bischoping las, sah er seine Befürchtungen bestätigt. Denn dort habe es geheißen: „Angesichts der genannten Rahmenbedingungen können wir die Errichtung kurz- frostig nicht in Aussicht stellen“, so Bolinius. Für ihn stehe damit fest: „Eine zweite Brücke wird es in absehbarer Zeit nicht geben.“
Emdens Stadtbaurat Andreas Docter hält diese Interpretation für falsch. Der FDP-Ratsherr sei „auf dem Holzweg“, wenn er fürchte, dass das Projekt nicht vorangebracht werde, so Docter. Allerdings: „Bauträger ist die Bahn“, räumt er ein. Der Einfluss der Stadt ist damit begrenzt. Entsprechend vorsichtig verhält Docter sich, wenn er sagt: „Ich werde mich nicht auf acht, zehn oder zwölf Jahre festlegen.“ Fakt aber sei auch: „Wir sprechen regelmäßig mit der Bahn.“ OZ-Informationen zufolge ist das nächste Treffen für März angesetzt.
Zuversichtlich und noch deutlicher äußert sich Arno Ulrichs von der Industrie- und Handelskammer  (IHK) für Ostfriesland und Papenburg. Bereits im Dezember, als das Thema in einem Fachausschuss des Emder Rates behandelt worden war, hatte er gegenüber der OZ gesagt, dass er die Brücke „in acht bis zehn Jahren“ fertig wähne. Auf Nachfrage bekräftigte  er am Montag die Aussage erneut: „Ich halte das nach wie vor für möglich.“ Schließlich sei die Notwendigkeit der Brücke für den Güterumschlag und den Tourismus anerkannt. Weil das Projekt im vergangenen Jahr in einem Unterpunkt des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden war, gebe es zudem „viele Vorarbeiten, die wir nutzenkönnen“, sagt Ulrichs. Ein Planverfahren, das üblicherweise viele Jahre in Anspruchnehme, ließe sich dadurch beschleunigen, glaubt der IHK-Abteilungsleiter für Standort- und Wirtschaftspolitik. „Wir haben viele Zahlen schon geliefert.“ Laut Ulrichs und Stadtbaurat Docter hakt das Projekt momentan vor allem in den Ministerien in Berlin. Dort müsse der Auftrag zu einem eigenen Wirtschaftlichkeitsgutachten gegeben werden, sagt Docter. Das Schreiben aus Hannover spiele hingegen „überhaupt keine Rolle.

Verkehrswegeplan
Der im August vergangenen Jahres vom Bundeskabinett beschlossene Bundesverkehr- wegeplan legt fest, welche Infrastrukturprojekte der Bund bis zum Jahr 2030 vorsieht.
Er hat ein Gesamtvolumen von 269,6 Milliarden Euro. Sie verteilen sich auf Straßen, Wasser-straßen und Schienen. Der Bau einer zweiten Eisenbahnbrücke über den Binnenhafen ist nicht als eigenständiges Projekt in die Liste aufgenommen worden, sondern in einem
Sammelpunkt. Es hat damit keine hohe Priorität, kann aber ohne neuen Kabinettsbeschluss
umgesetzt werden.


 

Der Beweis fehlt



Thema:
Klappbrücke

Die Bahnstrecke zwischen Emden und Leer hat eine Auslastung von 110 Prozent. Dort ist es zu voll, laut Bundesverkehrswegeplan muss das geändert werden. Haben wir von diesem Problem schon einmal gehört? Vermutlich nicht. Steht aber drin.

Vom Problem „zweite Klappbrücke” über den Binnenhafen haben wir schon einmal gehört. Die Wirtschaft fordert sie energisch.

Im Bundesverkehrswegeplan findet man sie jedoch nicht. Wohl aber die Position „Mikroskopische Maßnahmen”, was so viel heißt wie: kleinere Projekte. Es sei dahingestellt, ob es in Deutschland möglich ist, eine Brücke zu bauen, die nicht sofort in die zig Millionen geht und damit ganz automatisch zum „makroskopischen Projekt” mutiert. Was aber stutzig macht, ist: Das Ministerium in Hannover und die Stadt sagen, die neue Brücke befinde sich in dieser Sammelposition, bleiben aber den Beweis schuldig. Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Das lässt Goethe seinen Faust sagen. Und die Wirtschaft sollte die Botschaft erst glauben, wenn sie es schwarz auf weiß sieht.


Chefredakteur Stefan Bergmann, Emder Zeitung vom Freitag, 24. Februar 2017, Seite 12

Emder Zeitung vom Samstag, 18. Februar 2017, Seite 7

Zweite Brücke für die Bahn kein Thema

Projekt stehe nicht im Bundesverkehrswegeplan / Stadt verweist weiterhin auf Einordnung als „Mikroprojekt"

Von Gaby Wolf s 0 49 21 / 89 00-415

Emden. Die Deutsche Bahn AG kann die Errichtung einer zweiten Eisenbahnbrücke kurzfristig nicht in Aussicht stellen. Das geht aus einer Antwort an FDP-Fraktionschef Erich Bolinius hervor, die dieser jetzt auf eine Anfrage von Dezember hin erhalten hat. Erst wenn wesentliche Verkehrssteigerungen verlässlich absehbar seien, stelle sich die Frage nach einem Brückenneubau neben der bestehenden Brücke, schreibt der Konzernbevollmächtigte Ulrich Bischoping (Hannover). Er verweist erneut darauf, dass die Deutsche Bahn die zweite Brücke inklusive Zweigleisigkeit zwischen Haupt- und Rangierbahnhof gar nicht erst zum neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldet habe. Eine Anmeldung „von Seiten Dritter” sei nach Kenntnis der Bahn vom Bundesverkehrsministerium untersucht, jedoch nicht aufgenommen worden.

„Damit wird es keine zweite Brücke geben, wenn nicht in Berlin andere Weichen für Emden gestellt werden”, kommentierte Bolinius. „Das Projekt ist weiter am Köcheln”, beharrte dagegen Stadtbaurat Andreas Docter auf Anfrage. Es gebe die Bestätigung aus dem Ministerium, dass die Brücke unter den „Mikroprojekten” im Plan eingeordnet sei. Docter: „Es wird dazu auch demnächst weitere Termine geben.”

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FDP-Fraktion im Rat der Stadt Emden

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

Zum Bind 25

26725 Emden

Emden, den 5.12.2016

 

An den

Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG

Rüdiger Grube 

Potsdamer Platz 2

10785 Berlin

 Eisenbahnklappbrücke in Emden

Bitte um Gespräche bzw. Einberufung eines „Runden Tisches“

 Sehr geehrter Herr Grube,

spätestens nach Ihrem Besuch beim Nautischen Essen am 18. März 2016 in Emden

wissen Sie, wie es um die Eisenbahnklappbrücke  über den Binnenhafen in Emden steht.

In Ihrer Rede vor rund 350 Gästen im Klub zum guten Endzweck, ich war anwesend, haben Sie Hoffnungen bei der Hafenwirtschaft, bei den Tourismusmanagern und beim Rat der Stadt Emden geweckt, dass sowohl eine Grundsanierung der bestehenden Brücke als auch ein Neubau bzw. eine zweite Brücke möglich sei.

Wenn die zurzeit sehr störanfällige Brücke tatsächlich längere Zeit ausfallen würde, dann sieht es für ganz Emden und für den Tourismus in Ostfriesland – insbesondere auch beim Volkswagenwerk, das erst vor kurzer Zeit über eine Milliarde Euro im Emder Werk investiert hat und auf die Materialanlieferung durch die Bahn angewiesen ist – düster aus.

Namens der Emder FDP-Ratsfraktion habe ich deshalb eine Anfrage an die Verwaltung der Stadt Emden gestellt und gebeten, einen Sachstandsbericht über die Eisenbahnbrücke zu geben. Gleichzeitig habe ich der Anfrage einen Schriftsatz vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium von 2006 (!) beigelegt, aus dem hervorgeht, dass die Bahn eine Grundsanierung der Brücke schon damals zugesagt hatte.

Am 1. Dezember 2016 haben zwei Mitarbeiter Ihres Unternehmens ausführlich und mit bemerkenswerter Offenheit in dieser Angelegenheit in einem Ausschuss der Stadt Emden Stellung genommen. Einen Pressebericht über diese Sitzung, in dem Sie auch namentlich genannt werden, habe ich u.a. in der anliegenden Word-Datei dargestellt.

 Sehr geehrter Herr Grube,

ich möchte Sie als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG herzlich bitten, sich für eine zügige Grundinstandsetzung und für eine zweite Eisenbahnbrücke über den Emder Binnenhafen einzusetzen.

Sollte die bisherige Brücke längere Zeit ausfallen, sind die negativen wirtschaftlichen Folgen, wie schon gesagt, für Emden und ganz Ostfriesland gar nicht abzusehen.

Es wäre schön, wenn Sie Gespräche – ein Runder Tisch würde sich anbieten -  mit der Bundesregierung (wg. Bundesverkehrswegeplan), Niedersächsischen Landesregierung, der IHK, dem Verwaltungsvorstand der Stadt Emden und auch mit dem Vorstand von VW in dieser Angelegenheit führen würden.

Gerne höre ich von Ihnen.

 Mit freundlichen Grüßen

Erich Bolinius 

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03.12.2016

Klappbrücke: Bahn-Mitarbeiter reden Tacheles


Verbindung über Binnehafen bleibt noch lange Sorgenkind / Reparaturplan im Fachausschuss vorgestellt
       

Das störanfällige Bauwerk soll in den kommenden Jahren zukunftsfest gemacht werden. Ein Neubau ist möglich, kostet aber Dutzende Millionen
Euro und bedarf politischen Drucks. 

EMDEN - Mit bemerkenswerter Offenheit bezogen am Donnerstag zwei Mitarbeiter der Deutschen Bahn in einem Fachausschuss des Emder Rates Stellung zur störanfälligen Klappbrücke über dem Binnenhafen. Auf Antrag der FDP beantworteten der für das Bauwerk verantwortliche Ingenieur, Guido Tschigor, und Peter Karl, zuständiger Abschnittsmanager bei der DB Netz AG, die Fragen aller Fraktionsvertreter. Die Ausschussmitglieder erfuhren, wie die Brücke in den kommenden Jahren zukunftsfähig gemacht werden soll. Darüber hinaus beschrieben die beiden DB-Angestellten die Bedingungen für den Bau einer zweiten Brücke an gleicher Stelle. Mit provokanten Kommentaren ging Karl auf die lange Vorgeschichte ein: „Mich interessiert nicht, was 2008 oder 2010 gesagt worden ist“, sagte er. Fakt sei: „Wir arbeiten gemeinsam an einer Lösung.“ Als ihn die Ausschussmitglieder noch einmal daran erinnerten, dass Bahnchef Rüdiger Grube erst in diesem Jahr beim Nautischen Essen in Emden neue Hoffnungen auf einen zweiten Schienenstrang geweckt hatte, wurde Karl noch deutlicher: Es stehe nicht in Grubes Macht, das zu entscheiden. Und er legte nach: Je höher man sich in der Hierarchie eines Unternehmens bewegte, desto weiter würde man sich vom tatsächlichen Alltag entfernen. Im Wissen um die Schwachstellen der Klappbrücke wird das 1954 fertiggestellte Bauwerk in den nächsten rund fünf Jahren saniert. Erschwert werden die Arbeiten an der Brücke, weil die Bahnstrecke darauf unter anderem für den Autoumschlag von Volkswagen benötigt wird. Die Bahn nutzt daher die VW-Werksferien zum Ende dieses Jahres: Ab Dienstag, 28. Dezember, wird die Strecke für fünf Tage gesperrt – davon betroffen
sind auch alle Personenzüge, und mit ihnen der Tourismus.Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Bahn begonnen, Zahnräder an dem Bauwerk  auszutauschen. „Wir mussten handeln“, sagte Tschigor. Nun sollen Ersatzteile helfen, die Funktion bis zum Austausch der gesamten Antriebsanlage im Spätsommer nächsten Jahres zu sichern. In einem weiteren Arbeitsschritt soll die Brücke dank neuer Schienen- und Verbindungselemente deutlich leiser werden. Zum Schluss wird der gesamte Stahlbau entrostet und aufbereitet. Die Bahn plant laut Tschigor, „bis zu fünf Millionen Euro“ in den nächsten „vier bis fünf Jahren“ zu investieren. Danach sei die Brücke für die nächsten 30 Jahre sicher, hofft er. Zu der im Ausschuss parteiübergreifend geäußerten Forderung nach einer Ersatzbrücke beziehungsweise dem Bau einer zweiten Verbindung sagte Karl: „Darüber wird entschieden werden müssen.“ Aber, stellte er klar: Mit einer Brücke, die alleine mindestens 30 Millionen Euro kosten würde, sei es nicht getan. Um die Schienen zu verlegen, müssten der gesamte Nordkopf des Rangierbahnhofs und das Stellwerk verlegt werden. Betroffen wäre auch die benachbarte Matjes- und Feinkostfirma Fokken & Müller. Der Aufwand für das Projekt, das über den Bundesverkehrswegeplan und damit über die Bundesregierung angeschoben und finanziert werden muss, ist groß. „Das ist nicht wie bei Bob der Baumeister“, sagte Karl lapidar. Arno Ulrichs von der Industrie und Handelskammer (IHK) für Papenburg und Ostfriesland ist dennoch zuversichtlich, dass die Brücke in den nächsten „acht bis zehn Jahren“ fertiggestellt wird . Weniger optimistisch reagierte Erich Bolinius, Fraktionsvorsitzender der Emder FDP: „Die Brücke wird es in 30 Jahren noch nicht geben“,prophezeite er gegenüber der OZVON GORDON PÄSCHEL
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OZ-KOMMENTAR
von GORDON PÄSCHEL

Marode Eisenbahnbrücke
KLARHEIT
Die Sorge der Emder um die Eisenbahnbrücke über dem Binnenhafen ist groß – und sie ist berechtigt. Das verdeutlichten am Donnerstag noch einmal die Antworten der beiden Bahn-Mitarbeiter auf die bohrenden Fragen der Ratsmitglieder: Es braucht nicht viel, damit
das Bauwerk streikt. Lässt es sich eines Tages tatsächlich nicht mehr zuklappen, liefert  Volkswagen kein Fahrzeug mehr auf dem Schienenweg aus seinem Emder Werk.
Und kein Fernzug würde Norddeich, und damit eines der wichtigsten Reiseziele Ostfrieslands, erreichen. Wichtiger als diese – bereits bekannten – Fakten war allerdings eine andere Botschaft: Mit unverblümten Worten stellte DB-Manager Karl im Ratsausschuss klar, dass
weder Bahnchef Rüdiger Grube im Alleingang noch die vor ihm sitzenden Kommunalpolitiker über die Brücke entscheiden. Sind sich alle jedoch über den Aufwand, die Kosten und den Nutzen einig, hat das Projekt offensichtlich gute Chancen, schon bald angepackt zu werden..
 Den Autor erreichen Sie unter g.paeschel@zgo.de
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FDP-Fraktion

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

Emden, den 9.11.2016

 

An den

Vorstand der Stadt Emden

Sehr geehrte Herren,

aus der Presse konnten wir entnehmen, dass die Eisenbahnbrücke über den Binnenhafen wieder einmal für eine längere Zeit geschlossen bleibt, weil Reparaturarbeiten nötig sind.

Seit vielen Jahren hat die FDP-Fraktion immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass eine Sanierung dringend notwendig ist. Geschehen ist so gut wie nichts. In einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 22.9.2016, als wieder einmal ein Antrag meiner Fraktion in dieser Angelegenheit auf der Tagesordnung stand (siehe Vorlage 16/2230),  sagte Stadtbaurat Docter, dass er mit der Regionalvertretung der Bahn in Hannover hierüber ein Gespräch geführt habe. Dort sei ihm versichert worden, dass das Emder Vorhaben von großem Interesse sei. Docter wörtlich: „Das ist weit oben bei der Bahn angesiedelt“. Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich nach einem Besuch in Emden ähnlich geäußert. Bereits vor 10 Jahren, im August 2006, hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium mir aufgrund einer Beschwerde mitgeteilt, dass die Bahn zugesagt habe, die Sanierung anzugehen (siehe die ganz untenstehende aufgeführte Mail).

 Sehr geehrte Herren,

Aussagen helfen nicht weiter. Es muss endlich etwas geschehen. Sie sollten zusammen mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium mit Nachdruck darauf drängen, dass die marode Klappbrücke endlich seitens der Bahn saniert wird. Sollte die Eisenbahnbrücke mal ganz ausfallen, dann sind die wirtschaftlichen Schäden für Emden nicht abzusehen.

 Namens der FDP-Fraktion bitte ich, diesen Punkt auf die Tagesordnung des nächsten zuständigen Ausschusses zu setzen und einen Sachstandsbericht zu geben.

 Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius

 

Anlage
-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Ranke, Norman [mailto:Norman.Ranke@mw.niedersachsen.de]
Gesendet: Mittwoch, 30. August 2006 17:10
An: 'erich.bolinius@t-online.de'
Betreff: WG: Anfrage wg. Emden - Eisenbahnbrücke

Sehr geehrter Herr Bolinius,
wir bleiben dabei, dass die Bahn uns zugesagt hat, die Sanierung anzugehen.

Wenn alle Beteiligten konstruktiv agieren, wird das Problem sicher in absehbarer Zeit gelöst.

Mit freundlichen Grüßen
Norman Ranke

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Emden: Stadt kämpft um Bahnausbau

Aufgrund einer FDP-Anfrage stand dieser Punkt auf der TO.

Emder Zeitung vom Donnerstag, 19. März 2015, Seite 1

 Stadt kämpft um Bahnausbau

 Verwaltung sieht noch immer eine Chance für eine zweite Brücke über den Alten Binnenhafen

Von Marten Klose s 0 49 21 / 89 00-431

Emden. Der Bau einer von der Hafenwirtschaft dringend geforderten zweiten Eisenbahnbrücke über den Alten Binnenhafen soll noch nicht vom Tisch sein. Das hofft zumindest die Emder Stadtverwaltung. „Wir werden darum kämpfen”, kündigte Stadtbaurat Andreas Docter am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaft, Hafen und Tourismus an. Die Stadt will mit der Bahn Gespräche führen, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, die Emder Bahn-In-frastruktur zu verbessern. Der Standpunkt des Bundesverkehrsministeriums dazu blieb gestern unklar .

Für die Ratsmitglieder kam die Botschaft vom Stadtbaurat überraschend: Eigentlich war man davon ausgegangen, dass sich das Thema mit dem Aus für die Verbreiterung der Bahnstrecke zwischen Emden und Aurich erledigt hat .

Problem wird sich noch verschärfen

Wie berichtet, benötigt der Auricher Windkraftanlagenbauer Enercon keine Verbreiterung der Trasse mehr, weil er eine Möglichkeit gefunden hat, seine Güter künftig platzsparender zu transportieren. Diese Nachricht war ein Schlag ins Kontor der Emder Hafenwirtschaft. Denn an das Projekt war auch der Bau einer zweiten Eisenbahnbrücke über den Alten Binnenhafen sowie die Verlegung eines zweiten Gleises zwischen dem Rangierbahnhof und dem Bahnübergang Cirksenastraße gekoppelt. Der Bereich gilt als Nadelöhr.

Das Problem wird sich in Zukunft noch verschärfen, sagte der Stadtbaurat am Dienstagabend. Denn zum einen muss Enercon - wenn auch nicht mehr extrabreit - seine Windkraftanlagen-Komponenten auch weiterhin transportieren, zum anderen soll sich der Autoumschlag im Emder Hafen bis Ende des Jahrzehnts von derzeit 1,31 Millionen auf zwei Millionen Fahrzeuge erhöhen (wir berichteten) .

Diese Argumente will die Verwaltung in Kürze im Gespräch mit der DB Netz AG anführen. Ziel müsse laut Docter sein, dass das Projekt im sogenannten Bundesverkehrswegeplan bleibt. In diesem Papier sind sämtliche deutschen Aus- und Neubauvorhaben aufgelistet, die mit Bundesmitteln finanziert werden können. Der Plan stammt aus dem Jahr 2004. Eine EZ-Recherche ergab, dass der Trassenausbau zwischen Emden und Aurich dort auch noch aufgeführt ist .

Laut Bundesverkehrsministerium ist „bei sehr großen Maßnahmen die Betrachtung von Teilprojekten möglich, sofern diese einen eigenen Verkehrswert haben”. Das bedeutet, eine zweite Brücke sowie ein neues Gleis könnten trotz des gecancelten Enercon-Projektes kommen. Und genau damit will die Stadtverwaltung werben. „Wir müssen zusehen, dass die in Berlin nicht denken, die Sache ist gestorben”, sagte Docter.

Kostenfrage blieb vorerst offen

Wie das Bundesverkehrsministerium dazu steht, war gestern nicht herauszufinden. Die Behörde sah sich nicht in der Lage, eine Stellungnahme abzugeben. Offen bleiben deshalb auch die Fragen, wie realistisch die Emder Hoffnung ist, wie hoch die Kosten sein werden und bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Die Ratsfraktionen fassten die Nachricht des Stadtbaurats dennoch erfreut auf. „Das war nicht der Totschlagsvortrag, den ich eigentlich erwartet hatte”, gab FDP-Fraktionschef Erich Bolinius unumwunden zu. Enttäuscht zeigten sich die Parteien allerdings darüber, dass die Verwaltung keine weiteren Anstrengungen unternehmen wird, die Strecke Emden-Aurich für den Personenverkehr wiederzubeleben.

Sollte ein Zentralklinikum in Georgsheil gebaut werden, gibt es dort dann auch logischerweise keine Haltestelle. Der Stadtbaurat sagte, die Anbindung müsse per Bus erfolgen. Docter: „Der Personennahverkehr per Bahn war immer ein Auricher Thema. Dazu will ich nichts weiter sagen.”