Freie Demokraten - Kreisverband der FDP Emden
Kreisverband der FDP
in der Seehafenstadt Emden

05.10.2018 von Freddy Narewski

FDP-Anfrage wegen Baugebiet östlich der Sportanlage von Petkum

FDP-Fraktion
ebolinius

Erich Bolinius

Fraktionsvorsitzender

 

Emden, den 5.10.18

 

An den

Vorstand der Stadt Emden

 

 

Anfrage wegen Baugebiet östlich der Sportanlage vom SV Petkum

 

Sehr geehrte Herren,

im Januar 2016, also vor über 2 ½ Jahren wurden im Stadtentwicklungsausschuss Konzepte der städtischen Fläche zwischen der Sportanlage und der Straße Zum Bind in Petkum vorgestellt.

Den Zuschlag für das beste Konzept bekam das Emder Bauunternehmen J. u. H. van der Linde.

Geschäftsführer Udo Fuhrmann von der Firma hat zwischenzeitlich wiederholt auf Nachfrage mitgeteilt, zuletzt öffentlich auf der Bürgerversammlung zu den Baugebieten in Petkum am 29. Juni 2018 im Sportheim des Sportvereins Petkum, den ich organisiert hatte, dass man an dem Konzept sehr intensiv arbeiten würde.

 

Die Anlieger des Gebietes – und auch die Bootjefahrer – fragen sich, wann mit der Erschließung des Gebietes und in welcher Form begonnen wird, da die Baustraße Zum Bind demnächst fertig gestellt ist.

Namens der FDP-Fraktion beantrage ich, dass im nächstmöglichen STU-Ausschuss ein Sachstand unter einem gesonderten Tagesordnungspunkt ein Sachstand gegeben wird.

 

Mit hartelk Gröten

Erich Bolinius

 

Anlagen aus der örtlichen Presse in dieser Angelegenheit

 ez baugebiet Petkum

EZ-Grafik


Ostfriesenzeitung

Bei Baugebieten bleiben offene Fragen

Die Planungen in Petkum sind ins Stocken geraten, bemängeln Kritiker – und nun hat sich auch der Wassersportverein eingeschaltet, der seine Anlage am Ems-Seitenkanal erweitern möchte

VON MARTIN ALBERTS

Ostfriesenzeitung, 30. Mai 2017, Seite 18
Bisher war der Bau einer neuen Halle an der Leeraner Straße vorgesehen. Die Bootjefahrer würden jedoch lieber ein Grundstück direkt an ihrem Hafen kaufen.


EMDEN - Bereits Anfang vergangenen Jahres ist der politische Grundstein für ein neues Baugebiet am Ems- Seitenkanal in Petkum gelegt worden. Passiert ist seither jedoch wenig – diesen Eindruck hat zumindest Erich Bolinius, der Chef der FDP Fraktion im Emder Rat. Er lebt in direkter Nachbarschaft zum geplanten Baugebiet – ein Vorhaben, das ihm seit Jahren am Herzen liegt. Interessenten, die gerne in Petkum ihr Eigenheim errichten
wollen, müssten bisher immer wieder vertröstet werden, schreibt der Ratsherr.
Dem zuständigen Fachausschuss des Emder Rates waren im Februar 2016 mehrere Konzepte für eine Nutzung der Fläche östlich der Sportanlage des SV Petkum und südlich des Kanals vorgestellt worden. Den Zuschlag für das Projekt erhielt schließlich das Emder Bauunternehmen J. u. H. van der Linde. Dessen Geschäftsführer Udo Fuhrmann sieht das Vorhaben weiterhin auf einem guten Weg: „Es wird einen vernünftigen Verlauf nehmen“, sagte er der OZ. Zunächst müssten die notwendigen genehmigungsrechtlichen Schritte unternommen werden, ehe die Planung für das Baugebiet vorangehen
könne. Hinzu komme, dass die Planung durch die Nähe zum Gelände des SV Petkum etwas komplizierter sei. „Solche Dinge bedürfen gewisser Regularien“, sagte Fuhrmann.

Eine offene Frage, die sich angesichts der Planungen für das Baugebiet stellt, ist die nach der Zukunft des Petkumer Wassersportvereins (PWV). Die Boote der Mitglieder liegen am Ufer des Ems-Seitenkanals – und damit direkt nördlich des geplanten Baugebietes. Der Verein hoffe, ein angrenzendes
Grundstück zur eigenen Nutzung kaufen zu können, teilt der PWV-Vorsitzende Wolfgang Müller in einem Schreiben mit, das von der FDP-Fraktion
auf ihrer Internetseite veröffentlicht worden ist. Da die Firma Van der Linde mit den Planungen nicht vorankomme, habe man sich in dieser Sache an
die Emder Stadtverwaltung gewandt. Aktuell ist die Stadt Eigentümerin der Fläche am Ems-Seitenkanal.
Bisher war als Standort für den PWV ein ganz anderes Grundstück vorgesehen: Direkt an der Leeraner Straße (Landesstraße 2), im Süden des dortigen geplanten Baugebietes „Zum Bind“, sollte eine neue Bootshalle entstehen. Dieses Vorhaben sei vielen Petkumern und auch ihm selbst allerdings ein Dorn im Auge, schreibt Bolinius. Auch er ziehe deshalb den Wunsch des PWV vor, ein Grundstück direkt am Bootshafen zu kaufen. In einem Schreiben an den
Verwaltungsvorstand schlägt der FDP-Fraktionschef vor, dem Verein entsprechend eine Fläche zum Kauf anzubieten, solange die Planungen für das Baugebiet am Ems-Seitenkanal nicht vorankommen.


EMDER ZEITUNG

 

Von Marten Klose s 0 49 21 / 89 00-431

Emden. Die Freude über zwei neue Baugebiete in Petkum ist groß, doch der Verlauf der geplanten Baustraße bereitet vielen Anwohnern erhebliche Bauchschmerzen. Denn anders als ursprünglich vorgesehen, soll die provisorische Straße nun doch nicht durch das Baufeld selbst, sondern über die Straße „Zum Bind” geführt werden. Dafür könnte die Straße in den Sommerferien eigens ausgebaut werden. Das sorgte für Zündstoff auf einer Bürgerversammlung am Mittwochabend im Petkumer Sportheim. Dazu eingeladen hatte der FDP-Fraktionschef Erich Bolinius, der selbst Anwohner ist.

Wie berichtet, sollen unabhängig voneinander zwei Baugebiete entstehen: Ein 4,7 Hektar großes Areal am Petkumer Sieltief mit drei jeweils acht Meter breiten Stichkanälen. Dieses Gebiet wird von der Norder Tell Bau GmbH erschlossen und von Makler Walter Mielke vermarktet. Für die Projektierung ist das Oldenburger Büro Antharsis verantwortlich.

Das andere Grundstück befindet sich zwischen Blumenstraße und Ems-Seitenkanal. Hier hat das Emder Unternehmen van der Linde die Projektierung übernommen.

Beide Baugebiete sind auf eine solide Baustraße angewiesen, erläuterte Antharsis-Projektmanager Detlef Hagen den rund 50 Petkumern. Mehr noch: Wenn die Frage der Baustraße nicht vorab geklärt wird, sehe es mit neuem Bauland in Petkum schlecht aus. Der alte Plan, die schweren Baufahrzeuge während der Erschließungsphase von der Leeraner Straße links am verlassenen Weerda'schen Hof vorbeizuführen, lasse sich nun doch nicht realisieren.

Knackpunkt sind die Stichkanäle

Hauptgrund dafür seien die drei Stichkanäle, für die dann eigens eine kostspielige Querung gebaut werden müsste. Die Wasserflächen erst nachträglich zu baggern, sei nicht möglich, sagte Hagen.

Folglich bleibe nur noch die Straße „Zum Bind”, sagte Hagen, schob aber gleichzeitig nach: „Die Straße wird dem Verkehr nicht standhalten.” Deshalb wollen die beiden Investoren die Straße „Zum Bind” auf eigene Kosten ertüchtigen. Das bedeutet, die Fahrbahn wird zunächst 80 Zentimeter tief ausgekoffert, erhält später eine Asphaltdecke und - das ist neu - auf der Westseite einen Gehweg. Insgesamt wird die Straße so breiter. Möglich werde das, so Stadtbaurat Andreas Docter, weil die Parzellen der Stadt gehören. Für die Anwohner bedeutet dies, dass womöglich die Schlote verlegt und sie auf ein Teil ihrer bislang stillschweigend genutzten städtischen Flächen verzichten müssten. Die Aussicht, dass die Bautransporte dann direkt vor ihren Fenstern vorbeifahren könnten, erzürnte so manchen Petkumer. Zeitweilig ging es hoch her. Es wurde darüber debattiert, ob das offenbar teure Baugebiet tatsächlich vornehmlich der Ansiedlung junger Familien dient und nicht etwa ein Luxus-Ressort wird. Ein Anlieger sagte sogar, der Rat sei getäuscht worden und man habe „falsche Tatsachen vorgetäuscht”.

Schließlich habe die Politik grünes Licht für die Bauvorhaben gegeben, als es noch hieß, dass Bagger und Laster durch das Baufeld geleitet werden.

Das wiederum hätte sowieso nur für einen kurzen Zeitraum, nämlich die sechsmonatige Erschließungsphase, gegolten, merkte Makler Mielke an. Denn wenn die Grundstücke erst einmal verkauft sind, würde wohl kein Bauherr gestatten, dass die Baufahrzeuge womöglich über Jahre seinen Grund und Boden queren.

Van der Linde-Geschäftsführer Udo Fuhrmann sagte, die Frage der Baustraße entscheide letztlich, ob das von seiner Firma projektierte Baugebiet Realität wird oder nicht. Nimmt man das Meinungsbild von Mittwoch zum Maßstab, könnte es damit schlecht aussehen. Fast alle der 50 Petkumer wollen keine Baufahrzeuge in der Straße „Zum Bind” sehen. Das haben sie per Handzeichen deutlich gemacht.

Doch der Ball liegt nun erst einmal beim Rat. Letztlich müssen die Fraktionen entscheiden, wie es weitergehen soll. Docter: „Wenn die Politik das nicht mitmacht, können die Leute ihre Arbeit einstellen.”